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Outdoor / Triathlon
13.10.14 09:05 Alter: 3 yrs
Von: Stefan Theilig

Erlebnis Brocken-Marathon


Jetzt kann es nicht mehr weit sein bis zum Gipfel. Die Sichtweite beträgt kaum mehr als 30 Meter. Nur schemenhaft zeichnet sich ein schwarzer Turm im grauen Nebel ab. Aus dem Nichts ertönt das Signal der Lokomotive der Schmalspurbahn. Es ist schon eine besondere Stimmung hier oben. Kein Wunder, dass sich so viele Sagen und Legenden um den "Blocksberg" ranken. Etwa 30 Zuschauer bilden eine kleine Gasse und beklatschen uns aufmunternd beim Gipfelstein, einem Granitklotz: BROCKEN 1142 m. Die Läufer vor mir berühren alle im Vorbeilaufen den Fels. Ich mache es ihnen nach. Das soll wohl Glück bringen, wie ich gelesen habe.

Bisher ist es ja auch ganz gut gelaufen. Heute morgen bin ich mit etwa 800 Marathonis in Wernigerode gestartet. Dann ging es die ersten 9 Kilometer hügelig aber moderat los. In Ilsenburg beginnt dann der Anstieg auf den Brocken. Ein "Filetstück" : 800 Höhenmeter Anstieg auf etwa 10 Kilometer. Die letzten 3 Kilometer vor dem Gipfel laufen wir dann auf einem Betonplattenweg mit etwa 20% Steigung, vielleicht ein Relikt der NVA. Lässt sich aber gut laufen und ich überhole viele, die hier marschieren. Bei KM 17 verteilen Helfer Plastik-Jacken als Wetterschutz. In manchen Vorjahren muss es hier wohl bei Temperaturen unter Null und Windstärke 8 sehr ungemütlich gewesen sein. Heute meint man es gut mit uns. Am Start waren es 14 Grad und hier oben sind es sicher noch 9. Vor allem ist es fast windstill. Leichter Nieselregen aus den Nebelwolken heraus. Eigentlich ideales Laufwetter. Nur der Ausblick - an guten Tagen bis in den Thüringer Wald und die Rhön - bleibt uns heute versagt. Man kann eben nicht alles haben.

Das Besondere an diesem Marathon ist sein Profil. Den Brocken passieren wir bei KM 19,3 und dann geht es noch 23 lange Kilometer bergab. Manche die ich bergauf überholt habe, rollen nun wieder an mir vorbei. Klar, ich bin kein guter Bergabläufer. Aber ein bisschen nervt es mich schon, dass einige jetzt wieder an mir vorbeiziehen. Aber ich muss die Nerven behalten. Man kann sich auch bergab die Lichter ausschießen. Jetzt heißt es, schnell wieder die negativen Gedanken aus dem Kopf bekommen. Atmung und Muskeln sind OK, nur meine Gelenke fangen an zu schmerzen, je länger wir bergab laufen.

Barbara ist mit dem Mountainbike unterwegs. Sie will mich bei KM 25 an der Strecke sehen und unterstützen. Aber sie ist nicht da. Ihr Weg sah auf der Karte harmlos aus. In der Realität war er verblockt und daher nicht befahrbar. Sie musste die letzten 100 Höhenmeter ihr MTB bergauf tragen und hat mich dann um 2 Minuten verpasst. Ein Marathon ist eben - auch für die Begleiter - immer wieder voller Überraschungen. 

Die Strecke führt fern jeder Zivilisation. Langsam kommt Ruhe ist Läuferfeld. Vor und hinter mir wird jetzt etwa das gleiche Tempo gelaufen. Kleinere aufmunternde Gespräche. "Die letzten 12 schaffen wir auch noch ..." Na, ja schon, die spannende Frage ist nur wie. Dann wird das Profil wieder etwas abwechslungsreicher. Kleinere Anstiege sind jetzt eine Erholung. Noch 3 Kilometer. Jetzt kann nicht mehr viel schief gehen. Ich versuche noch etwas zuzulegen - geht noch. Der Zieleinlauf ist eher unspektakulär. Was mal eine Wiese war, ist durch den leichten Regen zu einer großen Matschfläche geworden. 

Das war ein richtig guter Lauf. 5 Minuten schneller als die geplante Zielzeit. Der Muskelkater im Aduktoren-Bereich vom Bergab-Laufen vergeht hoffentlich wieder in den nächsten Tagen. Was bleibt ? Eine lang anhaltende Erinnerung an einen bestens organisierten Landschaftslauf in wunderschönem Gelände. 

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